Aktuelle Seite: HomeProjekteComeniusComenius 3

And the winner is ...Finland.

Wieder einmal, auch im April 2014 geht der Titel als bestes europäisches Pisa-Land wieder in den hohen Norden. Dieses Mal in der Kategorie „Kreatives Problemlösen“ - zwar mit geringerem Abstand als in den Jahren zuvor, doch für uns allemal Grund genug, um im Rahmen unserer Comenius-Exkursion einmal genauer nachzufragen.

Woran liegt es? Warum stehen die Finnen immer vor uns? Und was macht das finnische Bildungssystem so besonders?

Als wir die Sekundarschule „Klassika“ in Kuopio betreten, sind die Unterschiede zum OHG auf den ersten Blick nicht wirklich offensichtlich, vielleicht mal abgesehen vom ansprechend gestalteten Eingangsbereich. Auf den zweiten Blick, dem Blick in die Klassenzimmer, sieht das schon etwas anders aus: Tablet-PCs für jeden Schüler, hier und da modernste Medienausstattung und eine durchschnittliche Klassengröße von 18-20 Schüler.

Markku Ukkonen, Oberstufenberater an der Schule, versucht uns zu erläutern weshalb sein Land in den Bildungstests so weit vorne zu finden ist.

Zum einen sei Finnland durch eine sehr homogene Bevölkerungsstruktur gekennzeichnet, wodurch es bei seinen Schülern kaum Lernschwierigkeiten aufgrund unzureichender Sprachkenntnisse gebe. Zum anderen, ergänzt er, genieße der Lehrerberuf in der finnischen Gesellschaft einen hohen Stellenwert, teilweise auf einer Ebene mit Ärzten und Rechtsanwälten. Die finnischen Bildungsbehörden zeichneten sich durch ein hohes Vertrauensverhältnis gegenüber ihren Lehrern und Schulleitern aus, Inspektionen wurden komplett abgeschafft. Und nicht zuletzt das Argument schlechthin. Die Bildungspläne wurden entzerrt, nach dem Prinzip „Weniger ist mehr“ werden aktuell bis zu 40% weniger an formalen Inhalten unterrichtet.

Soweit die harten Faktoren, die auch für uns durchaus erstrebenswert wären, an denen wir hier in Nagold leider wenig ändern können. Wirft man einen Blick auf die schulspezifischen Eigenarten so tauchen plötzlich überraschend viele Parallelen zum so erfolgreichen finnischen System auf. Lernbegleitende Maßnahmen durch Beratungslehrer, Berufsorientierung, Doppelstundenmodell und Methodencurriculum, diverse Förderkonzepte, ja sogar die Schulsozialarbeit – all diese Dinge sind bei uns am OHG mittlerweile auch selbstverständlich. Insofern sind wir gar nicht so weit vom finnischen Erfolgsrezept entfernt und müssen uns in vielen Dingen vor sicherlich nicht verstecken....

 

Christof Lahme

Free business joomla templates