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Nachwuchs swingt um die Wette

Von Maria Kosowska-Németh 17.11.2019

Musik Bass

Foto: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Wie besessen, bis zum letzten Zugabe-Ton, begeisterten die Jazz-Anbeter ihr Publikum.

Den jüngsten Konzerterfolg in der Stadthalle teilten sich die Bigbands des Otto-Hahn-Gymnasiums mit der Profi-Jazzgruppe Jazz & More Collective. Hohe musikalische Qualität traf auf ein riesiges Publikum in der Stadthalle Nagold.

Die Aufmerksamkeit des Publikums richtete sich zuerst auf die spielende Jugend, nach der Pause traten ihre Workshop-Mentoren auf der Bühne auf. Viel Zeit, Engagement und Ausdauer investieren die renommierten Jazzprofessoren sowie Jazz-Preisträger von Jazz & More Collective in die Weiterbildung der jungen Hoffnungsträger. Nicht nur an der Landesakademie Ochsenhausen, sondern auch auf ihren Touren durch allgemeinbildende Schulen Baden-Württembergs vermitteln sie den angehenden Jazzern eigene künstlerische Erfahrungen und geben wertvolle Tipps. Dank der Initiative des OHG-Musiklehrers und Leiters der Junior-Bigband, Ralf Brauer, hielten Sarah Lipfert (Vocal), Joo Kraus (Trompete), Johannes Herrlich (Posaune), Göran Klingenhagen (Gitarre), Veit Hübner (Bass), Martin Schrack ((Klavier) und Martin Grünenwald (Drums) einen mehrstündigen Workshop zuletzt mit Nagolder Schüler ab. Gefeierte Soli Der hochkarätigen Dozentengruppe gehört auch der ehemalige OHG-Schüler Markus Harm (Altsaxophon)an, der nach gründlicher Ausbildung an der Hochschule für Musik in Nürnberg seinen Jugendtraum vom Jazz mit mehreren hochkarätigen Jazzkünstlern als Bandleader oder Sideman in unzähligen Bands teilt und auslebt.

Nach dem anstrengenden Probennachmittag war der abschließende Auftritt vor dem breiten Publikum nicht nur für die Junior-Band ein spannendes Erlebnis. Unter der Leitung ihres Chefs Brauer swingten die Jüngsten (ab der 6. Klasse) um die Wette, dann ermutigte sie der Gast Herrlich in "Cantaloupe Island" zu mehreren, mit Beifall belohnten Soli, in den auch einige Improvisations-Versuche mitklangen.

Die zahlenmäßig kleinere, doch um Jahre an Erfahrung reichere Senior-Bigband von Thomas Kalmbach bestach in "Watermelon Man" oder "Sabor de Cuba" mit einem vitalen, offenen Sound, innerem Feuer, Experimentierfreude und technischer Zuverlässigkeit. Die Dozenten Hübner, Klingenhagen und Kraus heizten abwechselnd die Spiellust der jungen "alten Hasen" vom OHG an, sodass die Durchschlagskraft der Musik einen hohen Spannungslevel erreichte und die Zuhörer zum spontanen Applaus zwischendurch geradezu nötigte.

"Helden des Abends"
Nach dem gemeinsamen Auftritt der beiden OHG-Gruppen lobte Harm die "wirklich tollen Bands" sowie ihre Leiter als "eigentliche Helden des Abends" und bedankte sich bei den Sponsoren für die Förderung der musikalisch begabten Jugend.

Trotz Müdigkeit entfachten die "unruhigen Geister" von Jazz & More Collectiv nach der ganzen Arbeitswoche in ihrem "Konzertchen" (Kraus) ein eigenes kräftiges Feuer der originellen und hoch virtuosen Musik. Mehrere Eigenkompositionen und Arrangements enthüllten frappierende Züge der Musiker, ihre Improvisationskunst sowie Fähigkeit, individuelle und innovative Klang-Konstellationen zu kreieren – um nur ein Beispiel, "Speak No Evil" von Wayne Shorter" zu nennen, wo die sonnige und zugleich konturstarke Stimme der Vokalistin Lipfert und ein Mega-Solo von Harm im Vordergrund standen. Wie besessen, bis zum letzten Zugabe-Ton, begeisterten die Jazz-Anbeter ihr Publikum. Sicherlich wird sowohl der Workshop als auch der Auftritt ihrer Vorbilder eine tiefe Spur im Inneren der Jugend hinterlassen und zu weiteren Anstrengungen anspornen.

Mit freundlicher Genehmigung des Schwarzwälder Boten, Redaktion Nagold

Neuer Bass-Workshop am OHG

Von Noureddine Guimouza 09.10.2019 - 17:08 Uhr

Musik Bass

Foto: Guimouza Foto: Schwarzwälder Bote

Am Otto-Hahn-Gymnasium können interessierte Schüler das Bass-Spielen nun spielend leicht erlernen. Ein dreimonatiger Kurs soll solide Grundlagen vermitteln.

"Immer der Musik nach", beschreibt Thomas Kalmbach die Richtung, als er sich einen Weg durch das Pausengewusel hin zur neusten Attraktion der Schule bahnt. In einem abgeschiedenen Klassenraum probt während der langen Mittagspause eine sechsköpfige Gruppe Schüler den Umgang mit der Bass-Gitarre. In einem Stuhlkreis sitzend hält die Gruppe in entspannter Atmosphäre eine lehrreiche Jam-Session ab. Es ist bereits die zweite Woche des insgesamt dreimonatig angebotenen Workshops.

"Ich will ›Snake in the Water‹ spielen – oder wie hieß das noch gleich?", drängt einer der Bass-Schüler wissbegierig. Seine Frage zeugt sowohl von Neugier, als auch von Kreativität. Eben jene Eigenschaften sind Grundvoraussetzung für das Erlernen eines jeden Musikinstruments. Selbstverständlich aber auch die Bereitschaft, mit Eifer am Ball zu bleiben.

OHG-Big-Band-Leader Thomas Kalmbach erklärt den sinnstiftenden Gedanken hinter dem Projekt: "So eine Bass-Gitarre hat durchaus ein cooles Image", weiß der Musiklehrer. "Er ist auch sehr anfängerfreundlich, denn im Vergleich zur Violine oder dem Cello ist das Spielen mit dem Bass vergleichsweise einfach zu erlernen." Zudem verlor das OHG mit den jüngst abgegangenen Abiturienten auch einige seiner erfahrensten Bassisten. Zeit also, neue Talente frühzeitig zu fördern.

Die Leitung der Gruppe hat Michael Nessmann inne. Der studierte Jazz-Musiker und Gitarrenlehrer ist bereits seit 1993 für die städtische Musikschule tätig und übernimmt mit Hingabe die Ausbildung der nächsten Generation Bassisten.

Auch Big-Band-Projekte und Jazz-Workshop

Erst im Juli dieses Jahres, kündigten OHG und Musikschule eine erweiterte Kooperation an. Damals stand primär die Förderung von Big-Band-Projekten im Vordergrund. Auch der Leiter der Musikschule Florian Hummel bestätigte, dass der gemeinsam angebotene Jazz-Workshop ein weiterer Baustein ist, der das gute Verhältnis der beiden Institutionen zementiert. So stellt die Musikschule beispielsweise mit Nessmann nicht nur die entsprechende Lehrkraft bereit, sondern beteiligt sich ebenfalls beim Bereitstellen von Instrumenten und Verstärkern. Auch der Förderverein des Otto-Hahn-Gymnasiums hat zwei E-Bässe mit zwei Kombiverstärkern gespendet. Florian Hummel ist sich sicher, dass der Workshop langfristig für alle Beteiligten ein Gewinn ist: "Ich freue mich über die Zusammenarbeit unserer Schulen und hoffe, dass sich diese Praktik auch in kommenden Jahren zu einer festen Größe entwickeln wird."

Den Bericht durften wir mit Genehmigung durch die Nagolder Redaktion des Schwarzwälder Boten veröffentlichen. Dafür sagen wir herzlichen Dank  

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